Seit zwei Wochen war Mucki nicht mehr an meiner Seite. Zwei Wochen, die sich wie eine Minute und eine Ewigkeit zugleich anfühlten. Ich war überfordert. Mein Umfeld war überfordert.
Vier Wochen nach Muckis Tod waren sowohl mein Umfeld als auch ich immer noch überfordert, doch ich „funktionierte“ wieder.
Ich erledigte Dinge für meine Eltern, war für einen lieben Menschen quasi rund um die Uhr während seiner schweren Erkrankung da, organisierte und versuchte, meine Arbeitsaufträge zur Zufriedenheit meiner Kunden zu erfüllen. Nach außen hin schien ich wieder „die Alte“ zu sein. War ich aber nicht, nicht einmal ansatzweise. Über Wochen hinweg überforderte ich mich täglich selbst.
Bis ich die Stopptaste drückte und mich endlich selbst fragte, was ich denn eigentlich in meiner Trauer von anderen brauche und begann, das zu artikulieren.
Menschen wollen oft helfen, wissen aber oft nicht wie. Es ist meist Unsicherheit und nicht Unwillen, der hinter mangelnder Unterstützung steckt.
Wenn du also gerade um dein Seelentier trauerst und nicht weißt, wie du dein Umfeld um Hilfe bitten kannst, schick diese Zeilen an deine Freunde und Familie, damit sie wissen, wie sie dich bestmöglich unterstützen können.
Trauer ist Liebe und Liebe macht keinen Unterschied
Der Verluste eines Seelentiers ist genauso schmerzhaft wie der Verlust eines geliebten Menschen. Als jemand, der durch diese schmerzliche Erfahrung gegangen ist, kann ich dir versichern, dass die Trauer um deinen Liebling real und völlig normal ist. In meinem einfühlsamen Ratgeber „Weil jede Trauer Liebe ist“ nehme ich dich mit auf meinen Weg und begleite ich dich auf deiner Trauerreise.
In dieser Zeit des Schmerzes und der Verlustbewältigung macht aber vor allem die Unterstützung von Freunden und Familie einen großen Unterschied. Und es ist gar nicht so schwer, zu helfen. Oft sind es die einfachen und kleinen Dinge und Gesten, die am meisten bewirken.
Einfach da sein und zuhören
In den ersten Tagen und Wochen nach dem Verlust Lieblings brauchte ich vor allem eines: jemanden, der einfach für mich da war und mir zuhörte. Manchmal reicht es schon, seine Gedanken und Gefühle mitzuteilen, ohne Ratschläge oder Lösungen zu erwarten. Ein offenes Ohr und ein warmes Herz können Trost spenden und das Gefühl vermitteln, dass jemand da ist. Wenn du gerade niemanden hast, komm gerne in eines der Online Trauertreffen.
Mach bitte aber keine falschen Versprechungen, wie etwa “ich bin immer für dich da“ oder „du kannst mich jederzeit anrufen“. Menschen trauern rund um die Uhr – an sieben Tage die Woche und gerade nachts ist es oft besonders schlimm. Wenn du dann nicht da sein kannst – was völlig okay ist – fühlen sich Betroffene umso einsamer.
Sich gemeinsam an die schönen Zeiten erinnern
Das Teilen von Erinnerungen an den Liebling kann heilend sein. Neben den Verlust zu betrauern, hilft es oft, über die glücklichen Momente und lustigen Geschichten zu sprechen, die wir mit unserem Seelentier erlebt habe.
Du kannst fragen, ob ich über besondere Erlebnisse sprechen möchte, und dabei unterstützen, diese kostbaren Erinnerungen zu bewahren. Auch wenn ich dabei manchmal weinen werde, wird es mir oft auch ein Lächeln schenken.
Hilfe im Alltag
Trauernde können sich oft überfordert fühlen, selbst alltägliche Aufgaben zu erledigen. Biete an, bei Dingen wie der Haushaltsführung, der Bestattung des Lieblings oder anderen anfallenden Aufgaben zu helfen. Das kann Raum und Zeit geben, die jemand benötigt, um sich seiner Trauer zu widmen und dem Schmerz zu stellen.
Sag bitte nicht „Ruf mich an, wenn du etwas brauchst.“ In Zeiten tiefer Trauer sind viele oft nicht einmal in der Lage, andere um Hilfe zu bitten. Ergreife du die Initiative.
Bitte gib keine gut gemeinten Ratschläge
Manchmal haben Menschen den Drang, Ratschläge zu erteilen oder Trostsprüche zu aufzusagen, um ihren trauernden Freunden zu helfen. In meiner Erfahrung fand ich jedoch oft, dass solche Worte mehr schmerzen als helfen können. Trauer ist ein individueller Prozess, und es ist wichtig zu erkennen, dass es keine „richtige“ Art und Weise gibt, zu trauern.
Die besten Absichten können manchmal dazu führen, dass sich Trauernde unverstanden fühlen.
Habe Geduld und bringe Verständnis auf, auch wenn du es vielleicht nicht verstehst
Trauer kann Monate oder sogar Jahre dauern, und jeder Mensch durchläuft sie auf seine eigene Weise. Sei geduldig und verstehe, dass Trauer keinen festen Zeitrahmen hat. Es ist normal, Höhen und Tiefen zu durchleben und Trauernde werden weiterhin Unterstützung brauchen, auch wenn die Trauer nicht mehr so frisch ist.
Setze nicht voraus, dass der trauernde Mensch so ist wie immer. Ich weiß, dass Freundschaften nur funktionieren, wenn beide für einander da sind. Doch die Trauer um den Liebling ist ein Ausnahmezustand. Trauernde können für dich wahrscheinlich nicht so da sein, wie du es von ihnen kennst oder wünschst. Das hat nichts damit zu tun, dass die Freundschaft nicht mehr wichtig ist, sondern oft ist man ganz von seiner Trauer eingenommen und von ihr überfordert.
Kleine Gesten mit großer Wirkung
Manchmal können kleine Gesten der Freundlichkeit große Wirkung haben. Ein handgeschriebener Brief, eine Karte oder eine Blume können zeigen, dass du an den Trauernden denkst und für ihn da bist. In diesen schwierigen Zeiten ist es oft die einfache, alltägliche Fürsorge, die am meisten bedeutet.
Der Verlust eines Seelentiers ist eine zutiefst schmerzhafte Erfahrung, die Menschen oft vor Herausforderungen stellt. Als Freund oder Familienmitglied ist es wichtig, einfühlsam, geduldig und verständnisvoll zu sein. Mitgefühl zu zeigen, einfach da zu sein und Unterstützung anzubieten, ohne Erwartungen zu haben, hilft mehr als man glaubt, Trauern ist zudem ein individueller Prozess, und jeder durchläuft ihn auf seine eigene Weise. Durch liebevolle Unterstützung kannst du helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen und letztendlich wieder in das neue Leben ohne das geliebte Tier zu finden.
Alles Liebe 🫶
Claudia






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