Ich fühlte mich wie eine Mörderin, als ich an jenem Mittwoch bei Muckis Tierarzt anrief und den Termin für Freitag fixierte. Mit dieser Entscheidung kam auch die Schuld in mein Leben. Doch ich sollte sie besiegen…
Ich fühlte mich wie eine Mörderin, als ich an jenem Mittwoch bei Muckis Tierarzt anrief und den Termin für Freitag fixierte. Mit dieser Entscheidung kam auch die Schuld in mein Leben. Doch ich sollte sie besiegen…
Es gibt Momente, da reicht ein einziger Reiz, und schon öffnet sich eine ganze Welt. Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel über ein kleines, traditionelles Papierfachgeschäft gelesen. Und sofort war da dieser Geruch nach Papier, Tinte und all den Schätzen, die ein...
Morgen ist nun schon Muckis 18. Geburtstag und der zweite, den er im Himmel feiert. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht, und dieses Jahr fühle ich mich völlig anders als im letzten. Es hat sich so viel verändert. Nicht nur im Außen – in dem mein Leben sich um 180 Grad gewendet hat – sondern auch in meiner Trauer, meinen Gefühlen und meiner Verbundenheit zu Mucki. Wer jetzt denkt: sie wurde kleiner, weniger oder verschwommener, der irrt. Dieses Jahr spüre ich …
„Glaubst du, dass es sie gibt?“ fragte meine Freundin gedankenverloren im Kaffee rührend.
Ich zog die Augenbrauen hoch: „Wen meinst du mit „sie“?
„Die Regenbogenbrücke, an der alle Haustiere auf ihre Menschen warten. Ich musste gerade an die Geschichte denken und habe mir vorgestellt, wie es dort wohl aussieht und ob…“
Wenn wir unser geliebtes Seelentier verlieren, fühlt sich unsere Welt erstmal hoffnungslos und dunkel an. Die Stille und Leere, die nach ihrem letzten Atemzug zurückbleiben, scheint unüberwindlich. Auch wenn du sie in der ersten Zeit nicht spüren kannst, ist sie da: die Hoffnung, dass der Schmerz nachlässt, all die wunderschönen Erinnerungen sich den Weg ans Licht bahnen und du auch wieder glücklich bist. Wie es dir gelingt …
Damit hatte ich nicht gerechnet.
Mit vielem, aber nicht mit dem.
Da lag ich also diesen Montag im Spital, und wartete auf meine Untersuchung, nachdem sie mich am Sonntag aus der Notfallambulanz weg gleich hierbehalten hatten.
Ich sollte eine leichte Narkose bekommen und in dem Moment, in dem der Anästhesist die Spritze aufzog…
Ich betrachtete die vielen Fläschchen, Salbendöschen und Tabletten. Unser beider Leben drehte sich nur mehr darum, Mucki eine möglichst lebenswerte Zeit zu schenken. Um ehrlich zu sein: ich hatte damals kein eigenes Leben mehr – sein Leben war mein Leben. Erst nach und nach wurde mir bewusst, dass mit Mucki auch mein altes Leben gestorben ist …
Wie einige von euch wissen, war ich letzte Woche in Norwegen und habe in der Stille eines kleinen Fischerhäuschens Muckis ersten Todestag verbracht.
Schon auf dem Hinflug war da eine ganz besondere Stimmung und Regenbogen-Wolkenfelder haben mich begleitet. Ihr seht sie am Bild.
In Tromsø habe ich mich tief im Herzen mit Mucki verbunden, viel geschrieben und über den Tod nachgedacht.
Wenn ihr euch jetzt denkt: „das will ich jetzt aber nicht lesen“, dann bitte euch von Herzen, da zu bleiben, denn es gibt eine tröstliche und das eigene Leben bereichernde Seite des Todes – und von der möchte ich euch heute erzählen …
Einfühlsam wie eine gute Freundin.
Aufmunternd wie der sanfte Stups einer Schnauze.
Unterstützend mit nährenden Tipps für deine Trauer.
Jede Woche mit Liebe für dich geschrieben.